Archiv für 'Architektur'Kategorie

AKTIONSTAGE zur “OSTMODERNE” Potsdams

Juni 13, 2010

Grafik: Tom Korn

Haus des Reisens im Museum

Mai 19, 2010

Das Haus des Reisens im Modell für einen Museumsentwurf von Maike an der ETH in Zürich.

Der Erste Tag

April 29, 2010

23. April 2010. Frühlingswetter - Platznehmen, Zeichnen, Fotografieren, Kennenlernen, Tee trinken, Fragen stellen, Zuhören.

Gunnar

Blick auf Staudenhof Richtung Stadt- und Landesbibliotek Potsdam

April 26, 2010

Zeichnung Bibliothek Potsdam, 23.04.2010,  Josef Herz

Zeichnung der historischen Potsdamer Mitte vor ihrer geplanten historisierenden Neuordnung.

Josef

Was fehlt dem Staudenhof?

April 19, 2010

www.potsdam.de > Rathaus online > Bürgerkommune > Stadtforum


Alles muss weg! Mit dem im Herbst 2009 von der Stadtverwaltung beauftragten „Integrierten Leitbautenkonzept“ wurde gleichzeitig ein strategischer Gedanke gefestigt. Abriss wurde dem Konzept als “Prämisse” zu Grunde gelegt. Der Plan sieht den Abriss der von der Fachhochschule Potsdam genutzten Gebäudeteile und des winkelförmigen Wohnungsbaus zwischen Staudenhof und der Straße Am Alten Markt vor.

Abriss ist das Leitmotiv der Entwicklung der Potsdamer Mitte, gestern wie heute.

So wie jetzt weit mehr als die Hälfte des Bodendenkmals des abgerissenen Stadtschlosses endgültig einer Tiefgarage weichen wird, wird zur “Wiedergewinnung einer urbanen Altstadt” munter weiter geschliffen.

Aus den Leitgedanken der Kerngruppe sind die folgenden Zitate aus dem Gutachterkonzept Stand 20.3.2010 entnommen: zu finden auf den Internetseiten der Stadt Potsdam: http://www.potsdam.de/cms/dokumente/10062980_520300/80693939/SFP_37_Leitgedanken.pdf

„Ziel des Verfahrens und bauliches Ergebnis soll ein Städtebau in der Tradition Potsdams sein, also ein ‚vorbildlicher’ Städtebau nach zeitgenössischen Gesichtspunkten, der ökonomisch, ökologisch, sozial und kulturell/ästhetisch nachhaltig ist.
Für den Verkehr gelten die folgenden Ziele:
- Herstellung von öffentlichen Stadträumen mit hoher Aufenthaltsqualität
- Beschränkung des motorisierten Individualverkehrs auf das notwendige Maß
- Gewährleistung direkter, sicherer und attraktiver Wegeverbindungen im Fußgänger- und Radverkehr
- Gewährleistung der Verkehrserschließung in Abhängigkeit von den Nutzungen als Voraussetzung für die Vermarktung
…..und unter anderen:
Für den Städtebau gelten die folgenden Ziele:
- Energieeffiziente und klimaschonende Umsetzung und Gestaltung
- Lebendiges Quartier für unterschiedliche Zielgruppen (vom Bürgerpalais zu Studentenwohnungen)….

Was versprechen die falschen Eckzähne des Leitbautenkonzeptes, was der Staudenhof nicht hat?

Wir wollen auch die Bewohner fragen und treffen uns dazu im Staudenhof bei der “Auszugsparty” der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam: “Alles muss raus!” Die Hauptattraktion wird um 19 Uhr eine große Versteigerung von DDR-Mobiliar und anderer ostalgischer “Raritäten” sein – so angekündigt auf der Internetseite: http://slb.potsdam.org/veranst.htm.

freuen wir uns? Josef

Historische Stadtaufnahmen

Vorösterliche Heilsbotschaften

April 15, 2010

In der vorösterlichen Zeit kommen nicht nur die Kirchen ihrem Auftrag zur Heilsverkündung nach. Auch manch Potsdamer “Links und rechts der Langen Brücke” lässt sich ob der geplanten Umbaumaßnahmen zu leidenschaftlichen Erlöserbotschaften hinreißen. „Vier schmucke[n], kleinteilige[n] Karrees“  werden das Wunder offenbar werden lassen und den Potsdamern endlich ihr verdientes Seelenheil bringen. Ein “Heilungsprozess” durch Amputation der Ostmoderne – und alles wird gut? Zumindest „werden sich alle wundern“!

http://www.pnn.de/potsdam/278510/

Zeichnen im Staudenhof

April 14, 2010

Im Alltag bewegen wir uns selbstverständlich in den Räumen in denen wir uns auskennen.
Wir sind uns zudem meist sehr sicher alles zu kennen was uns umgibt.
Erst, wenn etwas aus unserem alltäglichen Umfeld verschwunden ist, stellen wir fest, dass wir uns nur mühsam an die genaueren Details erinnern können. Eine exakte Beschreibung fällt uns oft sehr schwer. Unser Weg durch die Stadt setzt sich immer aus unseren eigenen Erfahrungen, Bildern und Erinnerungen zusammen – dem Weg der uns an dem Laden vorbeiführt in dem früher der Bäcker war, oder an der Brache auf der einst das Haus des Reisens stand.
Wir möchten unsere Blicke auf genau das richten was scheinbar selbstverständlich noch da ist, was so unspektakulär alltäglich ist, dass es (noch) auf keiner Postkarte ins rechte Licht gerückt wurde.
Wir wollen gemeinsame Erinnerungen schaffen an einen Ort, den es bald so nicht mehr geben wird.

Frauke R. und Josef, Zeichnung von Frauke R.

Haus des Reisens concrete

April 6, 2010

Nachdem das Haus des Reisens (Entwurf Dietrich Schreiner, Bauzeit 1968/69, Abriss 2009) im Original nicht mehr existiert, entstehen neue kleine Häuser des Reisens im Maßstab 1:500.

Vorösterliche Heilsbotschaften

April 2, 2010

In der vorösterlichen Zeit kommen nicht nur die Kirchen ihrem Auftrag zur Heilsverkündung nach. Auch manch Potsdamer “Links und rechts der Langen Brücke” lässt sich ob der geplanten Umbaumaßnahmen zu leidenschaftlichen Erlöserbotschaften hinreißen. „Vier schmucke[-], kleinteilige[-] Karrees“  werden das Wunder offenbar werden lassen und den Potsdamern endlich ihr verdientes Seelenheil bringen. Ein “Heilungsprozess” durch Amputation der Ostmoderne – und alles wird gut? Zumindest „werden sich alle wundern“!

http://www.pnn.de/potsdam/278510/

(carL)

Erinnerungskultur und kulturelles Gedächtnis

März 9, 2010

Der Begriff Kollektiv ist mir nicht vertraut. Mit der Vorstellung eines kollektiven Gedächtnisses tue ich mir daher ebenso schwer wie mit dem Bild von der Gesellschaft. Für das politische Gedächtnis werden Triumphe und Erfolge gesammelt – lieber als Niederlagen oder Verbrechen. (Wer definiert aber Erfolg und Misserfolg oder Wahnsinn und Normalität, etc.?) Auf Grundlage dieses politischen Gedächtnisses werden Entscheidungen getroffen. Wie sollen unsere Straßen benannt werden? Welche Baumaßnahmen wollen wir uns leisten? Etc. Da im Gedächtnis aber nicht viel Platz hat, hohlen wir nur das hinein, worauf wir unsere Identität gründen wollen. Wir müssen wichtiges vom unwichtigen unterscheiden, Bilder die funktionslos werden, werden verbannt und durch neue Bilder ersetzt. Eine politische Wende hat daher immer auch den Umbau der Stadt zur Folge: Welche Gebäude sind überholt? Welche Denkmäler hohlen wir von ihren Sockeln? Wir nutzen die Vergangenheit um uns in der Gegenwart zu platzieren, weil wir uns bestimmte Ziele für die Zukunft setzen. Ist dies der politische Rahmen in dem wir leben?

Das politische und das kulturelle Gedächtnis bieten soziale und kulturelle Einordnungsmöglichkeiten. Jede geistige Orientierung beruht auf künstlerischen Produkten und Werken. Somit ist die künstlerische Auseinandersetzung mit Stadt, Basis für eine politische Haltung. Aus einfachen, teilweise nur beiläufigen sinnlichen Erfahrungen, entstehen gemeinsame Erinnerungen, die Teil unseres kulturellen Gedächtnisses werden. Unsere Zukunft gestalten wir durch ein gutes Gedächtnis, denn dieses ist unser Steuerinstrument durch die Zeit. Durch künstlerische Interventionen können wir – jenseits des preußischen Vorbilds – mit am kulturellen Gedächtnis Potsdams arbeiten und somit die Identität dieser Stadt erweitern und bereichern.

(carL)

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