Das Haus des Reisens im Modell für einen Museumsentwurf von Maike an der ETH in Zürich.
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Haus des Reisens im Museum
Mai 19, 2010Der Erste Tag
April 29, 2010Zeichnen im Staudenhof
April 14, 2010Im Alltag bewegen wir uns selbstverständlich in den Räumen in denen wir uns auskennen.
Wir sind uns zudem meist sehr sicher alles zu kennen was uns umgibt.
Erst, wenn etwas aus unserem alltäglichen Umfeld verschwunden ist, stellen wir fest, dass wir uns nur mühsam an die genaueren Details erinnern können. Eine exakte Beschreibung fällt uns oft sehr schwer. Unser Weg durch die Stadt setzt sich immer aus unseren eigenen Erfahrungen, Bildern und Erinnerungen zusammen – dem Weg der uns an dem Laden vorbeiführt in dem früher der Bäcker war, oder an der Brache auf der einst das Haus des Reisens stand.
Wir möchten unsere Blicke auf genau das richten was scheinbar selbstverständlich noch da ist, was so unspektakulär alltäglich ist, dass es (noch) auf keiner Postkarte ins rechte Licht gerückt wurde.
Wir wollen gemeinsame Erinnerungen schaffen an einen Ort, den es bald so nicht mehr geben wird.
Frauke R. und Josef, Zeichnung von Frauke R.
Erinnerungskultur und kulturelles Gedächtnis
März 9, 2010Der Begriff Kollektiv ist mir nicht vertraut. Mit der Vorstellung eines kollektiven Gedächtnisses tue ich mir daher ebenso schwer wie mit dem Bild von der Gesellschaft. Für das politische Gedächtnis werden Triumphe und Erfolge gesammelt – lieber als Niederlagen oder Verbrechen. (Wer definiert aber Erfolg und Misserfolg oder Wahnsinn und Normalität, etc.?) Auf Grundlage dieses politischen Gedächtnisses werden Entscheidungen getroffen. Wie sollen unsere Straßen benannt werden? Welche Baumaßnahmen wollen wir uns leisten? Etc. Da im Gedächtnis aber nicht viel Platz hat, hohlen wir nur das hinein, worauf wir unsere Identität gründen wollen. Wir müssen wichtiges vom unwichtigen unterscheiden, Bilder die funktionslos werden, werden verbannt und durch neue Bilder ersetzt. Eine politische Wende hat daher immer auch den Umbau der Stadt zur Folge: Welche Gebäude sind überholt? Welche Denkmäler hohlen wir von ihren Sockeln? Wir nutzen die Vergangenheit um uns in der Gegenwart zu platzieren, weil wir uns bestimmte Ziele für die Zukunft setzen. Ist dies der politische Rahmen in dem wir leben?
Das politische und das kulturelle Gedächtnis bieten soziale und kulturelle Einordnungsmöglichkeiten. Jede geistige Orientierung beruht auf künstlerischen Produkten und Werken. Somit ist die künstlerische Auseinandersetzung mit Stadt, Basis für eine politische Haltung. Aus einfachen, teilweise nur beiläufigen sinnlichen Erfahrungen, entstehen gemeinsame Erinnerungen, die Teil unseres kulturellen Gedächtnisses werden. Unsere Zukunft gestalten wir durch ein gutes Gedächtnis, denn dieses ist unser Steuerinstrument durch die Zeit. Durch künstlerische Interventionen können wir – jenseits des preußischen Vorbilds – mit am kulturellen Gedächtnis Potsdams arbeiten und somit die Identität dieser Stadt erweitern und bereichern.
(carL)





